
Monaco Wolferl - Sektion München
Ich war im Winter 1995/96 für ein halbes
Jahr in Wien, im Rahmen meiner Rechtsanwaltsausbildung. Es war eigentlich
beruflich veranlasst, aber selbst gewählt, ich hätte auch noch London oder New
York gehen können. Weil mir Wien so gut gefällt und auch der Liebe wegen habe
ich mich aber für Wien entschieden. In Wien wohnte ich dann im XIV. in der
Linzer Straße. Jeden Tag fuhr ich mit der Straßenbahn - es war glaube ich die
52er - zum Westbahnhof. Eines Tages auf der Rückfahrt bin ich dann in der
Straßenbahn zusammen mit sehr vielen Grün-Weiß-Grünen gesessen, die ins Hanappi
rausgefahren sind. Die Stimmung in der Tram war so ausgelassen und fröhlich,
keine Aggressivität oder Randale, dass ich mir spontan gedacht habe, ich könnte
doch eigentlich auch mal vorbeischauen. Wenn man schon im XIV. wohnt, sollte man
wenigstens auch mal im Hanappi gewesen sein.
Die Stimmung im Stadion, ich war damals auf der Südtribüne, hat mich spontan
begeistert, vor allem dass eigentlich das ganze Spiel durchgesungen wurde. Das
war ich von Deutschland nicht gewöhnt. Durch die Nähe zum Spielfeld war auch die
Atmosphäre viel bewegender und mitreißender.
Nachdem Rapid das Spiel dann auch souverän gewonnen hatte, war meine
Begeisterung vollkommen. Die junge Mannschaft wurde dann ja auch Meister und kam
auch ins Endspiel vom Europapokalsieger, was ich teilweise am ORF noch
mitverfolgen konnte. Natürlich war ich damals auch ein Freund von Carsten
Jancker, das hat das Interesse an Rapid noch verstärkt.
Seit dieser Zeit schlug mein Herz für Rapid und ich habe jede Saison aus der
Ferne mitgefiebert, getrauert und gefeiert. Da ich in Bayern lange Zeit keine
ORF empfangen konnte und das Internet auch ein Fremdwort war, blieb es aber nur
beim Lesen von Ergebnissen und Statistiken, leider.
Umso größer war dann meine Freude, als Rapid bei der Champions League Gruppe mit
Bayern in eine gemeinsame Gruppe gelost wurde. Im Sommer 2005 lernte ich dann
corona kennen und war sehr erfreut, endlich einen Rapidler durch und durch zu
kennen, der vor Internas und Erinnerungen nur so sprudelte. Es begann ein
intensiver Gedanken und Erinnerungsaustausch. Im Herbst eröffnete mir corona
dann die Möglichkeit, in der Allianz-Arena dabei sein zu können, und endlich war
sie wieder da, die nächste Möglichkeit Rapid wieder live zu sehen, nach fast 10
Jahren! Ich hätte mir das Spiel nur sehr ungern im Bayern-Block angesehen, umso
geiler war es, bei den Rapidlern zu stehen, die wirklich eine Bombenstimmung
verbreitet haben.
In München gibt es so viele
Österreicher und Wiener, da müssen doch auch noch andere Rapidler dabei sein.
Deswegen fände ich es spitze, wenn sich die Sektion hier noch vergrößern würde.
Dann könnte man ja auch problemlos Auswärtsfahrten nach Salzburg, Innsbruck,
Altach und Ried organisieren.
Am liebsten natürlich auch ins Hanappi, aber ich kann nicht mehr so leicht und
schnell verreisen, weil ich einen kleinen Burschen zu Hause habe, für den ich
dann immer eine Betreuung organisieren muss.
Grün Weiße Grüße
Wolfgang
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